Rap »Goldene Regel«
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Entstehung des Rap zur Goldenen Regel
Der Rap ist im Rahmen des Religionsunterrichtes bei Frau Ellen Grocholski an der Theodor-Heuss-Schule Marburg im Zuge des interkulturellen Wettbewerbs »Schulen im Trialog – Europäische Identität und kultureller Pluralismus« der Herbert-Quandt-Stiftung entstanden.
Die Schüler/innen sprachen über verschiedene Weltreligionen und besprachen unter anderem den Satz: »Was du nicht willst, was man dir tut ...« Da diese Regel religionsübergreifend von großer Bedeutung ist, sollten sich die Schüler/innen in Gruppenarbeit über die Bedeutung dieses Satzes Gedanken machen.
Da sie gern auch in Gedichtform bzw. Rapform schreiben, fragten sie, ob sie diese Gedanken auch in Form eines Rap aufschreiben könnten. So entstand der Rap-Text.
Eine Schülerin hatte eine 4-Tonreihe im Kopf und die Gruppe übernahm das Ergebnis. Dieser »Ur-Rap« wurde dann im Rahmen eines Besuches von Vertretern der Quandt-Stiftung vorgesungen, die davon sehr angetan waren. Im Anschluss kamen die Schüler/innen zu Frau Grocholski und baten um ihre Mithilfe.
Der Rap wurde von den Schüler/innen selber getextet und entstand in zwei Schulstunden. Die Lehrerin hat lediglich kleine Verbesserungen in Absprache mit den Kids vorgenommen. Weiter verfeinert wurde der Text außerschulisch.
Für die Komposition der Musik waren mehrere außerschulische Treffen nötig, bis das Ergebnis stand. Der Rap wurde fast selbstständig von den Schüler/innen vertont. Die Lehrerin half nur ein wenig bei den Harmonien.
Das Projekt »Klappe die Zweite«, initiiert von der Kinder- und Jugendstiftung in Berlin, bot die Möglichkeit den Rap weiterzuentwickeln. Fünfzehn verschiedene Schulen aus ganz Deutschland sollten zum Thema »Inclusion« zusammen mit einem außerschulischen Partner Filme produzieren.
Der Rap musste nun szenisch umgesetzt werden. Dazu wurden im Nachmittags-unterricht (Film-AG) die Szenen geschrieben und verfilmt. Diese Arbeit dauerte ca. ein halbes Jahr, zwei Stunden pro Woche. Das Drehbuch schrieben die Schüler/innen, gefilmt wurde mit dem Medienpartner Abraxas. Alles entstand in Gruppenarbeit, natürlich immer in Absprache mit der Lehrerin und später mit dem Medienpartner.
Die Schüler/innen haben inzwischen einen zweiten Rap geschrieben und auch ein Buch über sich veröffentlicht. So etwas kann man nicht planen. Wenn man Begeisterung spürt, muss man sie sofort aufgreifen. Wenn Schüler/innen etwas zeigen, was interessant ist, muss man die Idee festhalten, die Schüler/innen zum Weitermachen ermutigen, ihnen bei der Durchführung ihrer Idee helfen.
Die Erfahrung der Lehrerin ist: Sie kann den Schüler/innen inzwischen Aufgaben zu jeglichen Themen geben, es kommt immer etwas Interessantes heraus. Sie macht den Kids dann Vorschläge, was man aus ihren Ideen machen könnte. Auf ihr eigenes Buch zum Beispiel sind die Schüler/innen unheimlich stolz: »Das werde ich mein ganzes Leben lang behalten.«